Die Ausstellung „Beweise für die Unzucht“ zeigt Materialien und Dokumente, die von der österreichischen Polizei im Zuge der strafrechtlichen Verfolgung homosexueller Frauen und Männer im Zeitraum von 1900 bis zum Ende der Strafbarkeit der „Unzucht wider die Natur“ im Jahr 1971 beschlagnahmt wurden. Was einst Ausdruck von Intimität und persönlicher Freiheit war – Liebesbriefe, private Fotografien, Tagebücher, alltägliche Notizzettel, harmlose Erinnerungsstücke – wurde durch den staatlichen Zugriff in belastendes Beweismaterial verwandelt. Diese Dokumente, niemals für fremde Augen – weder für die Polizei, noch für Historiker:innen und auch nicht für Besucher:innen einer Ausstellung – bestimmt, stehen für tiefgreifende Verletzungen der Privatsphäre und markieren Momente, in denen Menschen ihre Sicherheit, ihr Selbstvertrauen, ihre Würde und ihre persönliche Integrität verloren.
Qwien – Zentrum für queere Kultur und Geschichte (Web)
Zeit: 11.11.2026, 18.30 Uhr
Ort: Qwien, Ramperstorfferg. 39/7, 1050 Wien
Laufzeit: 12.11.2026-28.02.2027
Zur Ausstellung wird diese Publikation erscheinen:
- Hannes Sulzenbacher und Thomas Tretzmüller (Hg.): Beweise für die Unzucht. Private Dokumente aus historischen Strafakten von Homosexuellen, Wien 2026 (Web)