frida-verein

Frauenstudienzirkel – Programm im Herbst 2024: Evelyn Steinthaler zu Diven des NS-Kinos | Margarete Maurer zu Rosa Luxemburg | Elisabeth Dearing zur öffentlichen Verwaltung | Elfriede Fritz zu Frauen im öffentlichen Dienst

„Jede Frau sollte mindestens ein Jahr lang Frauengeschichte studieren, egal, was sie sonst macht. Jede Frau ändert sich, wenn sie erkennt, dass sie eine Geschichte hat.“
Dieses berühmte Zitat von Gerda Lerner (1920-2013), der Exil-Österreicherin, Historikerin und Begründerin der Women History-Studies in den USA ist das Motto des Frauenstudienzirkels (Web), den frida-Mitglied Hildegard Steger-Mauerhofer 2007 ins Leben gerufen hat.

Programm im 2. Halbjahr 2024 (Doc)
Ort: ega – Frauen im Zentrum, Windmühlgasse 26, 1060 Wien
Zeit: jeweils Donnerstag, 18.00 Uhr

26.09.2024
Dr.in Evelyn Steinthaler: „Schau nicht hin.“ Kunst als Stütze der Macht – die Geschichte der Diven des NS-Kinos
Gefeiert, gefallen, verehrt. Wie weit sind Künstlerinnen bereit, für ihren Erfolg zu gehen? Vier Film-Diven werden in der fesselnden Analyse Teil der aktuellen Debatte um die Trennung von Künstler:in und Kunstwerk. Was ist eine Künstlerin ohne Aufmerksamkeit? Die renommierte Autorin Evelyn Steinthaler untersucht die Geschichten von vier Diven des NS-Films. Lída Baarová, Zarah Leander, Marika Rökk und Kristina Söderbaum entschieden sich für Karrieren im Deutschen Reich und erlangten weitreichenden Ruhm. Auch nach Kriegsende wurden sie jahrzehntelang von der immensen Verehrung des deutschen Publikums begleitet.
Diesen und anderen Stars begegnen wir konfrontiert mit der Frage, wie Öffentlichkeit mit politisch problematischer Kunst umgeht. Inwieweit tragen Künstler:innen ein System mit? Wer beginnt, sich zu verantworten?

Die 1971 in Klagenfurt geborene Publizistin und Kommunikationswissenschaftlerin Evelyn Steinthaler ist als Autorin, Herausgeberin, Hörbuchproduzentin, Übersetzerin, Biografin auch in der politischen Bildung tätig. Für das Buch „Frauen 1938“ erhielt sie den Bruno-Kreisky-Anerkennungspreis für das Politische Buch.

24.10.2024
Dr.in Margarete Maurer: “Rosa Luxemburg. Von der Ikone zur Person”
Neben Texten von Rosa Luxemburg selbst sind in diesem Band Beiträge von über 10 AutorInnen versammelt. Rosa Luxemburg wurde zur Ikone der internationalen ArbeiterInnenbewegung. Welche Bedeutung hat dabei ihre jüdische Herkunft aus Polen? Und welcher Mensch steckt hinter der Ikone? Von unterschiedlichen fachlichen Hintergründen her nähern sich die AutorInnen in diesem Band der Person Rosa Luxemburg an.

Margarete Maurer, geboren in Linz, Doppelstudium der Philosophie (bei Ernst Bloch und Helmut Fahrenbach) und Biochemie/Mikrobiologie (bei Hans Zähner). Mehr als 40-jährige Lehrtätigkeit inklusive Gastprofessuren an zahlreichen Universitäten des In- und Auslandes. 1990 Gründung und seither Leitung des außeruniversitären interdisziplinären Forschungsinstituts Rosa Luxemburg-Institut (RLI) (Web). Im zugehörigen RLI-Verlag u. a. erschienen: Rosa Luxemburg: „Ich bin ein Land der unbeschränkten Möglichkeiten“ 1999; Natur als Politikum (zus. mit O. Höll) 2003

21.11.2024
Dr.in Elisabeth Dearing: „Initiative bessere Verwaltung – Steuerungsdefizite gefährden die Qualität der öffentlichen Verwaltung
Seit längerer Zeit verstärken sich die Missstände in der Arbeitsweise der österreichischen Regierungen. Einige zentrale Probleme sind: strategische Untersteuerung und operative Übersteuerung der Verwaltung, Besetzung von Leitungsfunktionen nach parteipolitischem Kalkül, übergroße Ministerkabinette und ihre Arbeitsweise, Qualitätsverlust im Service, Demotivation beim Personal. Eine Expert:innengruppe hat im Rahmen der Initiative Bessere Verwaltung Maßnahmenvorschläge zur Beseitigung dieser Missstände erarbeitet.

Elisabeth Dearing, Juristin, langjährige Leiterin der Abteilung Verwaltungsreform im Bundeskanzleramt, zuletzt im Rechnungshof Prüferin und Fachexpertin für Public Governance; Proponentin der Initiative Bessere Verwaltung.

19.12.2024
Dr.in Elfriede Fritz: Frauen im Öffentlichen Dienst – eine Erfolgsgeschichte

Bis in die 1970-iger Jahre waren Frauen vorwiegend in niedrigen Verwendungen im Öffentlichen Dienst tätig. Auch Akademikerinnen wurden nicht als solche aufgenommen, sondern mussten sich mit B- und C-Posten begnügen. Johanna Dohnal hat in den 1980-igern in allen Ressorts Ministerielle Arbeitsgruppen zur Förderung der Chancengleichheit und Gleichbehandlung der Frau im ÖD einrichten und Daten über den Männer- und Frauenanteil erheben lassen. In Vorbereitung auf den EU-Beitritt ist 1993 das Bundes-Gleichbehandlungsgesetz in Kraft getreten mit einer Frauenquote von 30%, später angehoben auf 40% bis endlich 50% vorgeschrieben wurden.

Elfriede Fritz, Juristin, war im Bundesministerium für Finanzen langjährige Vorsitzende der Arbeitsgruppe für Gleichbehandlungsfragen, Gender Mainstreaming, Beauftragte und Abteilungsleiterin im Zollbereich. Sie war Mitglied der Bundes-Gleichbehandlungskommission und der – bei der Frauenministerin eingerichteten – Interministeriellen Arbeitsgruppen für Gleichbehandlungsfragen und für Gender Mainstreaming/Budgeting. 1995 war sie Delegierte bei der UN-Weltfrauenkonferenz in Peking. An der Johannes Kepler Univ. Linz war sie Lehrbeauftragte zu „Legal Gender im Steuerrecht“.